Plötzlich bekam ich es mit der Angst zu tun
Wie alles begann - Episode 1
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5/8/20243 min read


Wir schreiben das Jahr 2020.
Ich arbeite als Personalvermittler aka Menschenhändler. Einen Job den ich aus mehreren Gründen angenommen habe. Zum einen war mein Job davor, Salesforce Consultant, nicht wie erwartet und zum anderen dachte ich mir: Hey, du konntest doch immer gut mit Leuten umgehen? Da bietet sich Personalvermittler doch an? Zudem kann man in dem Business sehr gut verdienen, wenn man überdurchschnittlich performt. Und ich konnte mich dort genau so anziehen, wie ich es immer schon wollte und mich wohlfühlte. In Anzug, mit Hemd und Krawatte! - Ich bin wirklich kein eingebildeter Typ und mein Selbstwertgefühl ist on an all time low, und doch fühlte ich mich dort toll. Ich war fit, mein Body gefiel mir und ich stach im Büro style-technisch alle aus und zwar mit Leichtigkeit.
Wie es der Zufall wollte, lernte ich in dieser Zeit auch meine damalige Freundin kennen. Nennen wir sie Nina. Sie war, wie ich, sehr fitness-angefressen und das sah man auch. Sie konnte nicht nur von den Übungen her mit mir mithalten, sondern auch vom Gewicht her! Ich war beeindruckt! Natürlich gab es viele andere Faktoren, die mir gefielen. Ein grosses Herz, smart, tierlieb, einen guten Sinn für Humor - Humor ist no joke für mich fast das Wichtigste an einer Partnerin. Es gäbe für mich nichts Schlimmeres, als eine Freundin, die selten bis nie lacht.😅 Wir waren sehr glücklich und zogen auch schon bald in eine gemeinsame Wohnung.
Und dort geschah es während der 1. Covid-Welle. Ich war unzufrieden im Job und deshalb oft gestresst. Bei Nina war es nicht anders. Ich chillte auf dem Sofa und schaute fern. Als ich mich aufrichten wollte, merkte ich, dass sich ein Krampf anbahnt - kennt vermutlich jeder, bis hierhin war noch nichts Wildes - als ich dann versuchte "gegenzusteuern" fiel ich sozusagen in einen anderen Krampf und egal wie ich mich versuchte zu bewegen, ich konnte mich nicht wehren. Atemnot setzte ein und ich kriegte es mit der Angst zu tun. Rückblickend checkte ich, dass das meine erste Panikattacke war.
Ab diesem Tag waren Schmerzen, mal mehr mal weniger, ein ständiger Begleiter in meinem Leben. Anfangs dachte ich einfach, das geht dann schon wieder vorbei. Hatte ich auch schon mal für ein paar Tage, dann war wieder alles beim Alten. Leider diesmal nicht. Die Rückenschmerzen blieben. Ich musste also handeln und dachte mir, naja, Physio sollte es richten. Auch das half nicht. Ca. ein Jahr später fiel mir auf, dass sich die Angst immer mehr bemerkbar macht. Ich hatte Angst mich zu bewegen und hatte, wie auch immer, extrem viel Gleichgewichtssinn und Körpergefühl eingebüsst. Das war der Zeitpunkt an dem ich mir auch psychische Hilfe suchte. Anfangs ging das recht gut und ich bekam auch ein erstes SSRI, nämlich Sertralin. Dieses vertrug ich gar nicht. Mein Körpergefühl war noch schlechter und ich war extrem angespannt. Also setzte ich es wieder ab und bekam dann Fluoxetin in Kombination mit Olanzapin. Diese Combo ging dann einigermassen. Auch das war nicht einfach zu ertragen und ich spürte halt die Benefits nicht, sondern nur die Nebenwirkungen und diese nicht zu knapp. Davor ging ich aber noch zur TCM (Traditional Chinese Medicine). Dort kriegte ich ein "Tränkli", also ein Pulver, welches ich im warmen Wasser auflösen- und dann trinken musste. Es schmeckte schrecklich aber ich dachte mir: "Das ist so hässlich, das muss wirken!" - Ebenfalls probierte ich Akupunktur aus. War schwierig, da ich Nadeln allgemein nicht leiden kann.
Jedenfalls half das halt auch nicht wirklich...Meine Angstzustände hatten sich mit den Medikamenten leider nicht wirklich verbessert, sie wurden einfach ein Bisschen erträglicher.
Ein paar Monate später sollten gleich mehrere Schicksalsschläge auf mich zukommen. Zum einen konnte ich meinen damaligen Job nicht behalten, da ich befristet war und das Budget es nicht zuliess. Das war sehr schade, da ich mich dort wirklich wohlfühlte, sowohl im Team als auch vom Job her selbst. Leider ging die Beziehung mit Nina in die Brüche. Wir hatten einfach beide zu viel Probleme mit uns selbst und gar keine Kapazität mehr für einander. Das wiederum hiess auch, dass wir die gemeinsame Wohnung aufgeben mussten, da ich diese nicht alleine tragen konnte. Ich hatte mehr oder weniger schnell eine neue Wohnung gefunden allerdings sollte es dann anders kommen...to be continued